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Rezension Storch 2

Maja Storch: 

Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann

Ein extrem spannendes Buch – soviel gleich mal vorweg. Hätte ich es früher gelesen, wäre mir einiges klarer gewesen – und wäre vermutlich persönlich weit weniger leidvoll verlaufen! 

 

Die Psychoanalytikerin sowie wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Selbstmanagement und Motivation in Zürich, schreibt in ihrem Buch, basierend auf der Psychoanalyse von C.G. Jung. „Das Problem ist folgendes: Während wir uns damit beschäftigt haben, die männlichen Qualitäten für uns zu erobern, in der Jung’schen Terminologie würden wir sagen, dass wir einen starken Animus entwickelt haben, sind die weiblichen Qualitäten in den Schatten geraten." (S. 51). "Männer sind in Wirklichkeit keine Schweine, die meisten wenigstens nicht. Die starke Frau hat es hier mit einem hausgemachten Problem zu tun. Ihr bewusstes Ich wurde von ihrem Schatten überwältigt, ihre geheime Steuerfrau hat die Regie übernommen, und die starke Frau verhält sich schlichtweg unvernünftig. Was kann sie tun?“ (S. 157)

Interessant, was die Psychiaterin ihren Klientinnen im „Frauencoaching“ bzw. in ihrem Buch als Hinweis gibt: „Befassen Sie sich nicht länger damit, in der Außenwelt nach einer Lösung Ihres Männerproblems zu suchen, sondern emanzipieren Sie Ihren Animus. Schauen Sie nach, welcher Macho in Ihrer Seele sein Unwesen treibt und bringen Sie ihm bei, dass die Zeiten sich geändert haben. Neue Männer braucht das Land! Viele Männer in der Außenwelt sind bereit, nach neuen Modellen für Männlichkeit zu suchen, das weiß ich. Aber solange Sie, liebe starke Frau, Ihr eigenes inneres Männerbild nicht emanzipiert haben, werden Sie diese prachtvollen neuen Männer nie richtig genießen können.“ (S. 170) 

 

Maja Storch fasst die heutige Gender-Realität aus psychoanalytischer Sicht so zusammen: „Die Frauen, die heute starke Frauen sind, haben sich mit Hilfe der Frauenbewegung gegen das Patriarchat zur Wehr gesetzt. In ihrem Bewusstsein sind sie stolz auf ihr Frausein. Aber die meisten von ihnen haben in ihrem Unterbewusstsein einen großen Frauenfeind sitzen: ihren eigenen negativen Animus. Der größte Gegner starker Frauen ist darum nicht so sehr der Frauenfeind in der Außenwelt, es ist der Frauenfeind in ihnen selber. ... Frauen sind Frauen und Männer sind Männer. Beide Geschlechter wollen sich ab und zu gerne durchsetzen. Das Recht dazu haben beide. Aber die Frauen müssen ihre weiblichen Formen zur Selbstbehauptung finden, die zu ihnen passen, sonst werden sie zu psychischen Krüppeln, weil ihr verrückt gewordener Animus im unbewussten Bereich ihrer Seele Amok läuft." (S. 131f).

 

Ein STARKES Buch, das überrascht – und mit seiner Überraschungs-Saat wohl auch Chancen eröffnet, die Gender-Welt sehr viel anders NEU zu begreifen. 

Vorschlag: Besorgen und LESEN!

 

5 von 5 Sternen – Klaus

https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1011309756?ProvID=11010472

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